Interieur und Geschichte des Mandöhauses

Der Stube

Die Stube mit den friesischen Fliesen

Das Haus in welchem sich das Museum " Mandøhuset" befindet, tritt genauso hervor wie es im Jahre 1831 gebaut wurde und ist auch fast genau so eingerichtet. Man könnte beinahe glauben die Schifferfamilie sei gerade für einen Augenblick außer Hauses. Bevor man eintritt, sollte man die karakteristische Eingangstür bemerken und "æ agtengaf" - eine Luke über der Tür, durch die man Heu auf den Boden forken konnte. Frauen, Kinder und Alte besorgten die kleine Landwirtschaft, während der Vater auf See war.

In der ersten Stube, "æ dons", steht der alte vom Nebenzimmer aus geheizte, gusseiserne, viereckige Zimmerofen in die Ecke geklemmt, und von zwei Armstühlen flankiert. Die Seiten des Ofens sind mit biblischen Motiven geschmückt. An der Nordwand sieht man die schönen friesischen Fliesen mit den bekannten holländischen Motiven,- aber der dunkle Farbton macht sie selten.

Das wir uns in einem Schifferheim befinden, sieht man deutlich daran, daß sowohl Oktant, Fernglas sowie auch andere nautische Instrumente an den Wänden der Stube hängen, zusammen mit dem unentbehrlichen Messingschieber - die damalige Wärmflasche. Die Tabakskiste auf dem Tisch hat Schiebedeckel und zwei Fächer - eins für Tabak und eins für Pfeifenauskratz. Rechts finden wir "æ swot Kammer" - eine Bettnische mit einem kleinen Fenster zum Flur - "æ framgol".

Die Bettnishen

Die Stube mit den Alkoven (Kojen)

In der mittleren Stube, Die Durchgangsraum zu den beiden anderen Stuben ist, finden wir wieder zwei Alkoven. Hier sitzt "Mandøpigen" (das Mandömädchen) in der lokalen (Mandø)Tracht, welche von den Frauen aus Ho mit zur Insel genommen wurden.

Die Überlieferung erzählt, daß 7 Männer von Mandø nach einer Sturmflut im Jahre 1532 bei der sie ihre Familien verloren neue Frauen aus Ho holten. Die Frauentracht wird noch heute bei dem jährlichen Heimatfest ("Mandøfesten") auf der Insel getragen.

Dass Mandø "Die Insel der 7 Männer" bedeuten sollte, könnte etwas mit der Geschichte zu tun haben, aber ist vielleicht nur eine Sage.

In der dritten Stube, die früher die gute Stube war "æ k´øn dons", sind Ausstellungen mit Dokumenten, Textilien, Nippsachen, alles Dinge mit Anknüpfung zum Leben auf Mandø.

Die Küche

Die Küche

Die Küche In der Küche sehen wir den unentbehrlichen Holzherd in die Ecke gemauert genaue hinter dem gusseisernen, viereckigen Zimmerofen - das damalige Wärmerecykling. Der Herd ist aus Gusseisen und mit Messingknöpfen sowie mit Motiven an Türchen und Seiten. An den Wänden und in den Regalen finden wir eine Auswahl von den einfachen Küchengeräten zur Anwendung beim Kochen über offenem Feuer der damaligen Zeit.

Der Glasschrank

In der Küche werfen wir auch einen Blick in "æ glashus", einen Glasschrank, wo Tafelsilber und die guten Trinkgläser aufbewahrt wurden. Wenn die Sachen nicht benutzt wurden, konnten die Gäste die schönen Glaswaren, die oft von Übersee ihren Ursprung hatten, bewundern.

Östlich der Küche befindet sich der Speicher zur Aufbewahrung von z.B. Vogelgarn, Klappholz, Stiefeln, Pferdegeschirr und eine "kasseryw" - eine Harke zum zusammenharken von getrocknetem Kuh- und Schafsmist, der eine willkommene Heiz- oder Brennstoffergänzung auf der holzarmen Insel war. Hier befindet sich auch der große Backofen.

Der Flieger

Ausstellungen und lokalgeschichtliches Archiv

Das östliche Ende des Hauses welches erst etwas später vom Museum erworben wurde ist für kleinere separate Ausstellungen eingerichtet. Hier ist die Ausstellung über die Geschichte des Rettungsdienstes und Strandungen auf Mandø. Ein schönes Schiffsmodell von einem der Islandsfahrer - "Anna". Von der etwas neueren Geschichte gibt es Wrackstücke von englischen Bombenflugzeugen, die während des 2. Weltkrieges über dem Wattenmeer abgeschossen wurden, sowie eine Fliegeruniform, die einem Besatzungsmitglied gehörte. Er überlebte den Absturz und kam,- Dank der Hilfe der Einwohner von Mandö,- wieder nach Hause ohne in Gefangenschaft zu müssen. Darüber hinaus gibt es Buttertonnen von der stillgelegten Mandø Molkerei, die man auf Hjerl Hede Freilichtmuseum wiederaufgebaut sehen kann.

Das Haus gibt ein sehr deutliches Bild vom Leben auf der Insel im 19.Jahrhundert und enthält außerdem das ortsgeschichtliche Archiv der Insel.

Das ganze Museum zeugt davon, dass die Abkömmlinge der kleinen und armen, aber an Geschichte reichen Insel, sich bemüht haben, Gebäude, Gegenstände und Geschichten zur Erinnerung ihrer Vorfahren zu bewahren, und sie den Gästen der Insel stolz vorzuzeigen.

E-mail zu Mandø Museum: vibu@mail.dk

Kontakt: Mandö Museum : Lisbeth Bunde tel. 61319502 mailadresse : vibu@mail.dk oder Eline Nielsen tel. 75446052
Entrè; Erwachsene kr. 20,- - Kinder kr. 10,- Gruppenrabat über 12 Personen: kr. 15,- / kr. 7,-

Als Druckversion geeignet

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Opdateret d. 8.5.2010